Durs Grünbein // Weiße Verben

Durs Grünbeins Gedicht „Weiße Verben“ ist eine Antwort auf seine erste Begegnung mit Kasimir Malewitschs Gemälde „Weißes Quadrat“, im New Yorker Museum of Modern Art. In Erwartung einer Offenbarung beim Anblick der Ikone der Modernen Malerei schildert er seine erste Reaktion als ein Lächeln, das jedoch schnell dem Gefühl der Enttäuschung weicht. Das Gedicht erscheint nur schemenhaft als Wasserzeichen in dem weißen, handgeschöpften Bogen. Dem Wasserzeichen ist eine farbige Grafik gegenübergestellt, dabei handelt es sich um eine Umsetzung des Gedichtes in einen graphemischen Farbcode, entwickelt von der Synästhetikerin Eva-Maria Bolz. Beide Blätter werden von jeweils 10 Seiten verdeckt, bedruckt mit Auszügen aus Malewitschs Manifesten „Der Künstler“ und „Die zeitgenössische Kunst“. Das Manifest ist in negativem weißen Siebdruck auf Transparentpapier gedruckt und lässt sich wie das Wasserzeichen am besten lesen, indem man es gegen eine Lichtquelle hält oder ein dunkles Blatt unterlegt. Das Textlayout ist angelehnt an ein Strichtarn-Muster, ein Camouflage-Muster aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Wasserzeichen in Manilahanf-Papier, InkJet-Druck auf Kozo-Papier, Negativ-Siebdruck auf EnDuro Ice-Transparentpapier, Buchdruck von Polymerklischees auf Abaca-Papier.
2-teiliger Schuber aus Acryl mit Titel.
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16 x 40,5 cm
Auflage: 40 arabisch nummerierte Exemplare und 6 römisch nummerierte Exemplare
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Karlsruhe, Dezember 2017

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