Pjöngjang, Nordkorea im Mai 2004 //
Pjöngjang, Nordkorea im September 2018

Das Fotobuch von 2004 zeigt Eindrücke einer siebentägigen Reise nach Nordkorea. Das vorherrschende Grau der Gebäude, nur unterbrochen von den roten Parolen, ließen die Stadt sehr trist wirken, verstärkt wurde dieser Eindruck durch jegliches Fehlen von Spuren ihrer Bewohner. Ich hatte den Eindruck, dass vieles, was uns präsentiert wurde, kein normaler Alltag, sondern eine Inszenierung für uns Ausländer ist und nur kleine Details auf den Nebenschauplätzen diese aufbrechen. Im Sommer 2018 erzählten mir Freunde, wie sehr sich die Stadt verändert hat und ich bat sie, dieses auf ihrer nächsten Reise zu dokumentieren. Neben vielen Neubauten haben etliche der vormals grauen Gebäude einen farbigen Anstrich erhalten, im Stadtgebiet tauchen immer mehr Kioske auf und die Kleidung ist bunter und vielfältiger geworden. Mobiltelefone und Autos sind ebenso Normalität wie Fahrräder mit Elektroantrieb. Es entstanden 6 Klick-Fernseher, – ein beliebtes Städte-Souvenier in den 60er Jahren, das für mich sehr gut zur immer noch artifiziell und inszeniert wirkenden Architektur und Ästhetik Nordkoreas passt – die diese Veränderungen dokumentieren.

Nordkorea, Mai 2004: Inkjet-Druck auf chinesisches Bambuspapier, kaschiert mit chinesischem Kozo-Papier und einer Grundierung mit Konnyaku-nori.
Flexibler Einband aus Satogami-Papier, mit einem Ausschnitt aus einem nordkoreanischen Propagandaposter im Inkjet-Druck.
24 Seiten. 38 x 26 cm
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Nordkorea, September 2018: 6 Klick-Fernseher mit je 10 Bildern.
Box aus weißem und grünem Acrylglas mit Titel im Siebdruck.
Auflage: 20 Sets. (2004 und 2018)
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Karlsruhe, 2019.